Trampel Trampel Trampel, Gekicher, Gemurmel, Trampel Trampel Trampel. Willkommen in der Thüringer Landesbibliothek Jena. Es ist schon faszinierend zu sehen, bzw. hören, wie laut es in einem Lesesaal sein kann. Und ich mittendrin. Eigentlich sollte ich ja weiter an meiner Hausarbeit schreiben, aber diese gesamte Geräuschkulisse kann echt störend wirkend. Trotzdem werde ich mich mal nicht unterkriegen lassen.
Am schönsten ist es aber, wie sich die Leute immer schön abwechseln. Erst das Klacken von Stiefeln, bis sie nach gefühlten Minuten Ruhe geben. Danach hört man, wer weiß aus welcher Ecke, Geflüster, dann kurzes Kichern, dann wieder Geflüster. Haben sich die beiden Hühner endlich beruhigt, steht die nächste auf, die lautstark ihre letzte Errungenschaft präsentieren muss, Schuhe, dessen Absätze bestens zum Boden der Bibliothek passen. Und wenn wirklich mal nichts zu hören ist, wundert man sich, und kann in der Stille kaum noch arbeiten.
Trotzdem liebe ich die Bibliothek. Viele Bücher, vollgestopft mit Wissen warten nur darauf, gelesen zu werden. Eins davon liegt neben mir, die Heraklit-Interpretation von Klaus Held. Wenn nun ein Angestellter dieser Institution hier mit-liest, dann wird er bestimmt hellhörig werden. Denn das Buch steht nie dort, wo es eigentlich hingehört. Nun ja, ich brauche es nun mal. Und da in der Vergangenheit es öfters passiert ist, dass Bücher, die ich brauche, von Dozenten ausgeliehen waren, beschloss ich nun, dieses Buch ein neues zu Hause zu besorgen.
Unmoralisch, I know. But who cares.
Solange die Bibliothek nicht gleiches Recht für alle walten lässt, bleibe ich auf meinem Standpunkt.
So long
Cap