Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwas stört mich an dem letzten Videopodcast der Bundeskanzlerin. Liegt es daran, dass man an Langeweile stirbt? Wobei natürlich die Redner-Qualität nix über die Regierungs-Qualität aussagt. (Ansonsten hätten wir fast nur inkompetente Leute dort) Oder weil sie mal wieder versucht, darüber hinweg zu täuschen, dass die Selbstheilungskräfte des Marktes Abgründe öffnen, die die Politik nicht in der Lage oder Willens ist, zu zuschütten, und wir wieder helfen sollen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen?
Aber vielleicht liegt es auch daran, dass sie so wirkt, als ob sie Angst hätte. Doch wovor könnte die Kanzlerin Angst haben? Der noch mächtigste Mann hat ihr einst die Schultern massiert, von einem Zweiten lies sie sich auch nicht aus der Ruhe bringen, obwohl er "spontan" hinter einer Säule hervorsprang, um sie zu erschrecken. Auch die große Teddybär-Umarmung eines dritten großen Staatsmannes überstand sie unbeschadet.
Nun aber hat sie vor etwas Angst. Was könnte das sein? Ist es die Wirtschaftskrise? Der CDU? Der SPD? Naja, mit denen hat sie ja tagtäglich zu tun. Nein, es sind die Zuschauer, denen die Ansprache gewidmet ist.
Man kann förmlich das Zittern in ihrer Stimme hören. Jedes Wort scheint seit Tagen auswendig gelernt, dass sich auch ja kein Versprecher einschleicht. Sie will ja etwas verkaufen, und erwartet von uns im Gegenzug viel, nämlich Vertrauen. Doch mit jedem Wort kann man ihre Angst spüren, ihre Angst, kein Feedback zu bekommen, ein Feedback, durch dieses Vertrauen ausgedrückt.
Die Frage ist, warum hat sie diese Angst. Vorschläge?